Am Anfang jeder Beratung steht für Claudia Schmale die Analyse der persönlichen Umstände. Foto Schäfer
KREIS STEINFURT. Auch wenn sich das Angebot offiziell „Erwerbslosenberatungsstelle“ nennt: Bei den Menschen, die Claudia Schmale in ihrem Büro im Burgsteinfurter CJD-Jugenddorf aufsuchen, handelt es sich keineswegs nur um solche, die ihre Arbeit verloren haben. Und das soll auch gar nicht so sein.
Seit gut einem Jahr gibt es das vom Land NRW finanzierte Projekt hier. „Zu meiner Zielgruppe gehören auch die, die sich einfach nur beruflich neu orientieren wollen oder die vielleicht Probleme an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz haben“, sagt die 39-Jährige.
Und räumt dabei allerdings mit einer Hoffnung auf: „Manche kommen mit der Erwartungshaltung: ‚Vielleicht hat die ja einen Job für mich.‘ Aber es kommt eher selten vor, dass ich eine Stelle auf dem Silbertablett präsentieren kann.“
Ihre Aufgabe sieht sie nicht in der eigentlichen Jobvermittlung, sondern in der Hilfe bei der „Navigation“: „Ich zeige Wege außerhalb der klassischen auf. Viele wissen gar nicht, an wen sie sich alles wenden können.“
Deshalb steht am Anfang jeder Beratung erst einmal eine Analyse des Bewerbers, die auch sein privates Umfeld einschließt. „Oft hilft es nämlich schon, die eigenen Netzwerke zu aktivieren – im Freundeskreis, Hobby oder Ehrenamt. Und da denken viele erst einmal gar nicht dran.“
Je nachdem, was die Analyse ergibt, geht Claudia Schmale meist gleich in die Offensive: „Wir knüpfen dann zum Beispiel gleich am Telefon die ersten Kontakte zu anderen Ämtern und Behörden, die weitere Unterstützung geben können. Oder durchforsten gemeinsam verschiedene Suchmaschinen im Internet, in denen sich passende Jobs finden lassen könnten.“
Manchmal ist es aber auch genau umgekehrt: Wenn jemand kommt, der zwar in einem festen Arbeitsverhältnis steht, sich aber umorientieren will, weil er Belastungen wie Mobbing oder den Leistungsdruck nicht mehr ertragen kann. Dann kann es auch sein, dass die Beraterin dazu rät, die Situation am aktuellen Arbeitsplatz zu verbessern – etwa durch Gespräche mit Vorgesetzten oder die Einbeziehung von Einrichtungen. Manchmal helfe es schon, einmal auch die Vorteile, die ein Arbeitsplatz hat, realistisch einzuschätzen.
„Mein Job ist es, Perspektiven zu schaffen“, fasst Claudia Schmale zusammen.
Bernd Schäfer
Claudia Schmale ist in der Erwerbslosenberatungsstelle im CJD Jugenddorf immer dienstags, mittwochs und donnerstags von 8.30 bis 15 Uhr unter Telefon 0 25 51 / 9 37 23 12 erreichbar sowie per E-Mail an elb@cjd-steinfurt.de.