NEUENKIRCHEN. Die Gemeinde Neuenkirchen ist Eigentümerin einer Kunstsammlung: Rund 1500 Exponate, die hauptsächlich aus Federzeichnungen bestehen, bilden das umfangreiche Gesamtwerk des Malers Josef Hendel, der von 1897 bis 1993 lebte. Ein Querschnitt dieser Sammlung wird vom 1. bis zum 17. Februar im Foyer der Bezirksregierung in Münster ausgestellt.
Josef Hendel wurde 1897 im böhmischen Rosbach als Sohn des Besitzers einer Textilfabrik geboren. Sein Leben fällt in eine Zeit voller sozialer, politischer und künstlerischer Veränderungen, die nicht nur auf den Menschen Josef Hendel, sondern auch auf sein künstlerisches Werk großen Einfluss nahmen.
Blutjung wurde er als Soldat zum Ersten Weltkrieg eingezogen. Nach Kriegsende nahm er gegen den Willen seiner Familie 1923 ein Kunststudium an der Hans-Hofmann-Schule in München auf. Die Familie brach daraufhin alle verwandtschaftlichen Beziehungen zu ihm ab und schloss ihn sogar vom Erbe aus.
Doch Josef Hendel verfolgte unbeirrbar seinen künstlerischen Weg weiter. Er studierte unter anderem bei Carl Johann Becker-Gundahl, Adolf Schinnerer und Franz Klemmer und war Meisterschüler beim Porträtmaler Hugo von Habermann. Schon früh zeigten sich erste Erfolge: Bereits 1924 waren seine Exponate neben Werken von Moholy-Nagy in der Galerie Goltz zu sehen. Seine Holzschnitte machten Ende der 20er Jahre Schlagzeilen.
1983 zog er mit seiner Frau, der Werkkünstlerin Maria Speckamp, nach Neuenkirchen. 1991 erwarb die Gemeinde Neuenkirchen alle noch im Besitz des Künstlers befindlichen Werke.
Hendels Kunstwerke zeigen einen eigenwilligen Stil, der die verschiedenen künstlerischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts beinhaltet.
Zur Vernissage am 1. Februar um 17 Uhr wird ein Bus eingesetzt: Abfahrt ist um 16 Uhr vom Rathaus, die Fahrtkosten betragen acht Euro. Anmeldung unter Telefon 0 59 73 / 54 54.